07.01.12

tempelhof - verschollen im packeis (2)


Hier ist er also, der lange erwartete, der zweite Teil der verdammt aufsehenerregenden Dokumentation "Tempelhof - verschollen im Packeis".




video

Nur, falls es dann doch noch Spezialisten geben sollte, die den ersten Teil einfach ignoriert haben, das können aber eigentlich nur wenige sein, aber wenn es dann in Gottes Namen doch noch nötig ist, jedenfalls hier ist der erste Teil dann noch einmal.

15.12.11

ankündigung in sachen tempelhof - doku

Der zweite Teil der spektakulären Dokumentation "Tempelhof - verschollen im Packeis" wird demnächst auf meine kleine Seite gestellt. Und hier noch einmal der erste Teil, zum Nachgucken, ist ja schon lange Zeit her....

30.11.11

berliner stadtmusikanten

Der gemeine Deutsche erfüllt die ökonomische Pflicht - seiner nationalen Wirtschaftsgemeinschaft gegenüber - mit ehrlicher Einsicht, dem aufrichtigen Gefühl das Richtige zu tun und noch dazu mit ziemlich wilder Entschlossenheit, so zumindest die globale Vorstellung. 


Doch während zahlreicher frühmorgendlichen Reisen zum Ort persönlicher Pflichterfüllung konnte ich von solcher Lust wenig zu erleben, vielmehr gemeinschaftliche Agonie, und das quer durch alle Schichten und Milieus, und durch diese taucht der Pendelnde eben, wenn er so ziemlich den kompletten "Wedding-Express" von Hermannstrasse bis Wittenau mitnimmt.

Es sind vielmehr Menschen zu sehen, die gelangweilt in das "Berliner Fenster" glotzen oder sich unter Kopfhörern mit lauter Musik betäuben oder mit dem Kinn auf der Brust oder gegen eine Scheibe gelehnt, mit dem Kopf im Nacken, manchmal mit offenem Mund vor sich hin dösen oder die mit grossen Augen auf ihrem Smartphone herumspielen und dann schliesslich auch diejenigen, die Emails checkend oder laut telefonierend das fröhliche Arbeiten bereits begonnen haben.

Auch nach Umstieg in das Berliner S-Bahnnetz bringt keinen allgemeinen Stimmungswandel, auch nicht, als letztens vier gar fröhliche Musikanten trompetend, singend und trommelnd im Gänsemarsch durch den Wagon zogen, mit einem stimmungsvollen "Hit the Road Jack, don't you come back no more, no more, no more..." auf den Lippen.

So textmäßig kam dann auch nicht viel mehr als der Refrain und überhaupt hat diese heitere Combo nur dieses Lied im Repertoire. Ich kannte die Bande, sie treibt regelmäßig in der Stadtbahn ihr Unwesen, aber das hat sich "Hit the Road, Jack" wohl schon verbraucht, also wird es eben anderswo und rücksichtslos an Frau und Mann gebracht. An diesem Morgen ernteten sie für ihren zweifellos schwungvollen Auftritt lediglich ein gleichzeitiges und kollektives Augenrollen, Aufstöhnen und geringe Spendenbereitschaft.

was du nicht willst

Irgendjemand sollte diese heiteren Musikanten irgendwann darauf hinweisen, dass es ein Unterschied ist, am Wochenende orientierungslosen Touristen oder eben Menschen auf dem Weg zur Realisierung des ökonomischen Zwangs solcherlei Fröhlichkeit  noch dazu mit einer eher limitierten, musikalischen Befähigung um die Ohren zu schlagen. Vielleicht sollte man sie darüber hinaus darauf hinweisen, dass es in gewissen Vierteln der Hauptstadt schon vorgekommen ist, dass Menschen ihre Nachbarn erschossen, weil diese ihre Musik auch nach mehrmaligem Hinweis einfach nicht leiser stellen wollten.

Und noch eine Frage geistert mir beim weltöffentlichen Raisonieren durch meine oberen Windungen, nämlich, wie denn unsere vier Berliner Stadtmusikanten auf ihrem täglichen Weg zur Arbeit und dem Ausblick auf stundenlanges Absingen des selben Liedes aus der Wäsche gucken, und ob die das so super finden würden, wenn plötzlich irgendein Mensch vor ihrer Nase herumtanzen würde, der vielleicht beständig und ausschliesslich den Refrain von Howard Carpendale's Version von "Living next Door to Alice" geben würde, aber das Prinzip "was du nicht willst was man dir tut, das füg auch keinem anderen zu", das gilt ja heutzutage nicht mehr. Sauerei ist das.

19.09.11

sonderpädagogik oder so

Gewohnheitsmäßig unterwegs am Kanal, das war ich mal wieder letzten Samstag, aber eigentlich habe ich keine Ahnung, ob ich das möchte oder ob mir einfach nichts besseres einfällt.

Egal und jedenfalls komme ich an einer Bank vorbei - irgendwo Nähe Urbanhafen - und zwei Menschen sitzen drauf, und sie grüßt mich, sagt einfach "Hallo!". Kenne ich nicht, dachte ich erst, oder vielleicht doch, dachte ich nur wenige Momente später, und als Konsequenz dieses etwas zähen Denkprozesses kam dann ein verzögertes:

  Kennen wir uns? 
  Ja, wir haben mal zusammen Referat gehalten.  

Darauf folgte eine weitere, mehrere Momente andauernde Denkpause, die so von der Geschwindigkeit und dem Ablauf her durchaus eine gewissen Ähnlichkeit mit der oben beschriebenen hatte.

  Wo hast du denn studiert?
  Humboldt-Uni.
  Und was?
  Sonderpädagogik (Anm.d.Red: oder so ähnlich)
  Ich, Bolitolochie, Uni Bammberrrch.

Grinse einigermaßen frech und recht selbstzufrieden, so angesichts des Brüllers, den ich da herausgefeuert habe, die Menschen auf der Bank lachen tatsächlich, und ich mache mich wieder auf den Weg, ich kannte sie ja wirklich nicht, muss ja nicht jede kennen, die auf Parkbänken herumsitzend wildfremde Menschen einfach so seitlich und preiswert anschwätzt, oder?

08.08.11

der nato-dutt

Tausende Dutts sind zuzeit im frühherbstlichen Berlin unterwegs, so von einem Moment auf den anderen waren sie da, fragt sich nur weshalb und vor allem wie ich damit umgehen soll.

Sogar die SZ beschäftigte sich bereits mit diesem Phänomen, eine Expertin wurde befragt - den Namen habe ich jetzt vergessen, aber egal, war jedenfalls eine, die sich auskennt, sonst hätten die Schreiberlinge der SZ sie ja nicht befragt - und diese Fachkundige hat gemeint, dass Frau Pitt damit angefangen hat, mit dem Dutt, und wenn Frau Pitt den Dutt trägt, dann müssen alle den Dutt tragen, so sei das halt auf der Welt. Außerdem lege so ein Dutt den Nacken frei und sei deshalb recht erotisch.

Natürlich finde ich den bloßen Nacken einer Frau auch erotisch, aber um den weiblichen Nacken geht es ja nicht, es geht um diesen Haarknödel, und so richtig schick finde ich den eben nicht, und außerdem, die Erinnerungen, die ich mit dem gemeinen Dutt verbinde, sind eher verklemmt und ziemlich skuril, eine Musterung ist eben so, und die meinige war es auch, ein paar Wochen nach dem Fall der Mauer fand sie statt, und ein paar Tage vor der gruseligen Exekution des Ehepaares Ceaucescu.

Wenn ich so einen Dutt sehe, dann denke ich also an Revolution und Exekution, und natürlich auch an Leistenbruch und an dieses Kreiswehrersatzamt in der kleinen Stadt an der Donau, und warum, ja weil ich an diese Amtsärztin mit der Brille mit den dicken Gläsern denke, ja genau, die hatte einen klassischen Dutt und meinte es wäre doch einmal Zeit hinter den Vorhang zu treten, dann nach rechts zu gucken und zu husten. Ähem, Ähem, Ähem.

24.07.11

übermächtig

Setze mich in die Stadtbahn, lasse mich von Friedrichsstraße nach Zoo bringen. Während der Zug langsam an Geschwindigkeit gewinnt, werfe ich einen Blick aus dem Fenster, auf das Spreedreieck, auf den alten Tränenpalast, der nun im Schatten eines überragenden Bürokomplexes steht, über dem ziemlich groß und dick die Buchstaben "Ernst & Young" prangen.

15.07.11

tröpfchenweise

Er tröpfelt nur noch, der Unsinn auf gehirnblitz.com. Aber das Tröpfeln bedeutet auch, dass es weitergeht mit dem "Gehirnblitzen". Habe eben gerade die Sidebar verändert, genau genommen die rechte. Unter " Recycling" sind jetzt Geistesergüße aus der Rubrik Neukölln zu finden. Zwar nur ein weiteres Tröpfchen, aber immerhin und trotzdem ein oder zweimal draufschauen.

15.06.11

A.A.K.A.I.

Ich gebe zu, dass ich mich so ab und zu recht planlos am Landwehrkanal herumtreibe oder besser herumtreiben lasse, sogar um die Admiralsbrücke herum, wo die Touristen an lauen Sommerabenden bis in die Nacht hinein Krach machen und weil die da herumlungern und herumlärmen ist das kein angesagtes Plätzchen mehr, und der echte Berlinhipster geht da deshalb nicht mehr hin. 

Jetzt mal abgesehen davon, dass ich eh nicht hip bin - selbst wenn ich das unbedingt wollte, würde ich das nicht hinkriegen - wieso soll ich mich von Touristen, Möchtegerncoolen oder vom elitären Gehäbe unseren wahren Berlinhippies davon abhalten lassen, so zwischen abgerauchten Zigarettenstummeln und leicht angerosteten Flaschenkronen in der Sonne herumzuliegen oder auch herumzusitzen, die Schwäne gelangweilt zu beobachten, nach schönen Frauen Ausschau zu halten, mir dabei mit einem mitgenommenen Kaffee die Gosche zu verbrennen, halbherzig Zeitung zu lesen, einfach nur sinnfrei durch die Gegend zu gucken oder unabsichtlich Gespräche zu lauschen, wie letztens, und mir fiel dieses neue Okay auf, das beinahe wie "Aakai" ausgesprochen wurde, das nach jedem zugehörten zweiten Satz folgte, das frühere Okay, das bedeutete so etwas wie "alles klar" oder noch früher "in Ordnung", war endgültig, bestätigend, bekräftigend, während das neue Okay die Ernsthaftigkeit und Verünftigkeit und Durchdachtheit des Gesagten offen ließ, dieses "Aakai" erwartete weitere, doch bitte endlich etwas sinnvollere Erklärungen in der Erwartung, dass die ja eh nicht kommen würden, okay?