15.06.11

A.A.K.A.I.

Ich gebe zu, dass ich mich so ab und zu recht planlos am Landwehrkanal herumtreibe oder besser herumtreiben lasse, sogar um die Admiralsbrücke herum, wo die Touristen an lauen Sommerabenden bis in die Nacht hinein Krach machen und weil die da herumlungern und herumlärmen ist das kein angesagtes Plätzchen mehr, und der echte Berlinhipster geht da deshalb nicht mehr hin. 

Jetzt mal abgesehen davon, dass ich eh nicht hip bin - selbst wenn ich das unbedingt wollte, würde ich das nicht hinkriegen - wieso soll ich mich von Touristen, Möchtegerncoolen oder vom elitären Gehäbe unseren wahren Berlinhippies davon abhalten lassen, so zwischen abgerauchten Zigarettenstummeln und leicht angerosteten Flaschenkronen in der Sonne herumzuliegen oder auch herumzusitzen, die Schwäne gelangweilt zu beobachten, nach schönen Frauen Ausschau zu halten, mir dabei mit einem mitgenommenen Kaffee die Gosche zu verbrennen, halbherzig Zeitung zu lesen, einfach nur sinnfrei durch die Gegend zu gucken oder unabsichtlich Gespräche zu lauschen, wie letztens, und mir fiel dieses neue Okay auf, das beinahe wie "Aakai" ausgesprochen wurde, das nach jedem zugehörten zweiten Satz folgte, das frühere Okay, das bedeutete so etwas wie "alles klar" oder noch früher "in Ordnung", war endgültig, bestätigend, bekräftigend, während das neue Okay die Ernsthaftigkeit und Verünftigkeit und Durchdachtheit des Gesagten offen ließ, dieses "Aakai" erwartete weitere, doch bitte endlich etwas sinnvollere Erklärungen in der Erwartung, dass die ja eh nicht kommen würden, okay?