08.08.11

der nato-dutt

Tausende Dutts sind zuzeit im frühherbstlichen Berlin unterwegs, so von einem Moment auf den anderen waren sie da, fragt sich nur weshalb und vor allem wie ich damit umgehen soll.

Sogar die SZ beschäftigte sich bereits mit diesem Phänomen, eine Expertin wurde befragt - den Namen habe ich jetzt vergessen, aber egal, war jedenfalls eine, die sich auskennt, sonst hätten die Schreiberlinge der SZ sie ja nicht befragt - und diese Fachkundige hat gemeint, dass Frau Pitt damit angefangen hat, mit dem Dutt, und wenn Frau Pitt den Dutt trägt, dann müssen alle den Dutt tragen, so sei das halt auf der Welt. Außerdem lege so ein Dutt den Nacken frei und sei deshalb recht erotisch.

Natürlich finde ich den bloßen Nacken einer Frau auch erotisch, aber um den weiblichen Nacken geht es ja nicht, es geht um diesen Haarknödel, und so richtig schick finde ich den eben nicht, und außerdem, die Erinnerungen, die ich mit dem gemeinen Dutt verbinde, sind eher verklemmt und ziemlich skuril, eine Musterung ist eben so, und die meinige war es auch, ein paar Wochen nach dem Fall der Mauer fand sie statt, und ein paar Tage vor der gruseligen Exekution des Ehepaares Ceaucescu.

Wenn ich so einen Dutt sehe, dann denke ich also an Revolution und Exekution, und natürlich auch an Leistenbruch und an dieses Kreiswehrersatzamt in der kleinen Stadt an der Donau, und warum, ja weil ich an diese Amtsärztin mit der Brille mit den dicken Gläsern denke, ja genau, die hatte einen klassischen Dutt und meinte es wäre doch einmal Zeit hinter den Vorhang zu treten, dann nach rechts zu gucken und zu husten. Ähem, Ähem, Ähem.